Natur - Landschaft - Feld

27/11/2022

Im Rahmen der stimmfeld-Soiréen habe ich im November 2022 einen Vortrag zu diesem Thema gehalten. Die Aufnahmen dazu kann man sich hier anhören:


stimmfeld-Soiree

Die Natur


Natur ist von den Begriffen aus der Überschrift der umfassendste. Natur scheint alles zu sein, zumindest wenn man sie kosmologisch versteht. Zugleich ist er der vieldeutigste Begriff. Er kann viel Verschiedenes meinen. 

Der moderne Naturbegriff, den wir alle mit uns tragen und nicht mehr loswerden, setzt die Natur in den Gegensatz zur Kultur. (Die andere Gegenüberstellung, die mit der ersten verwandt ist, sieht den Menschen der Natur gegenüber. Dazu gleich mehr!) 

Dieser Gegensatz ist für das moderne Europa fundamental. Davon sind wir geprägt und es gibt nur ganz selten mal einen Hinweis aus anderen Denkweisen, dass das auch anders gedacht werden kann. Dann stehen sich Kultur und Natur nicht gegenüber, sondern sind ineinander verflochten. 


Ein Ergebnis dieser Aufteilung, das sich in den letzten Jahrzehnten so deutlich zeigt, besteht in der Kulturferne der Naturschützer. Es gibt viele Leute und Institutionen, die die Natur bewahren und retten wollen, bei denen die Kultur eher als ein Gegner betrachtet wird, denn als Mitstreiter. (Auch deshalb haben die Grünen in ihrer mittlerweile langen Existenzzeit nie ein überzeugendes kulturpolitisches Konzept vorgelegt.) Beispiel: Letzte Generation? 

Das ändert sich erst allmählich. Die Natur gibt es nicht! ist ein Satz, der für diese neue Tendenz steht. Es gibt sie nicht in dem Sinne, wie sie als Gegensatz zur Kultur inszeniert wird. Die Kultur gibt es dann übrigens auch nicht. Jetzt, wo uns die Welt, wie wir sie kannten, um die Ohren fliegt, wird deutlich, dass in dieser Trennung einer der Gründe zu finden ist für die Misere. Wir müssen wieder lernen, Natur und Kultur als ein gemeinsames Feld (!) zu verstehen. Dann wird es auch nicht mehr möglich sein, z.B. die Ökonomie als eine Wissenschaft (?) zu betreiben, in der die Kollateralschäden, die in der Natur passieren, einfach ignoriert und nicht mit in die eigenen Berechnungen integriert werden. Nur so war die Weltzerstörung (ökologisch und sozial) durch den Kapitalismus überhaupt möglich. 

Der Begriff einer Natur, der den Menschen und der von ihnen geschaffenen Kulturwelt gegenüber steht, war eine der Voraussetzungen für den Siegeszug des Kapitalismus. 

Ein neuer Geist, der nicht mehr dem Kapitalismus gehorcht, muss gefunden und eingeübt werden. Das ist eine Aufgabe, die sich IRWEGK stellt. Die Arbeitsthese lautet: Diese Geisteshaltung ist im Feld der Kunst zu finden, wo es eine andere Art gibt, das Verhältnis zwischen Welt und Menschen zu verstehen, als das in der Moderne üblich war. Nicht Trennung von Subjekt und Objekt, nicht die Welt nur als wissenschaftlichen Gegenstand sehen oder die Natur als auszubeutende Ressource, Mülleimer oder Erholungsgebiet. 



Vom IRWEGK und der Kunst aus betrachtet


(These: Das Konzept der Landschaft beinhaltet den Aufruf zum künstlerischen Leben)


Hier möchte ich über die genannten Begriffe verschiedene Spielarten des Verhältnisses von Mensch und Welt betrachten und darüber nachdenken, welches dieser Verhältnisse für die gefährdete Welt, in der wir leben, Hoffnung auf positive Veränderung macht. 

Hintergrund dieser Recherche ist IRWEGK.

Dieses Thema der Kontextualisierung beschäftigt mich auch in meinen stimmf(i)eld-recordings, die ich deswegen mit diesem Text kombiniere. Die recordings entstehen in einer klanglichen Situation, die ich irgendwo auffinde. D.h. ich kreiere die Situation nicht, sondern stelle mich in sie hinein. Zu der Klangsituation füge ich eigene stimmliche Interventionen zu. Dabei versuche ich, die Stimme nicht in den Vordergrund zu bringen, sondern sie als Teil des Klangraumes mitklingen zu lassen. 

Es gibt wie immer bei mir und meinen media arte povera Aktionen im Nachhinein keine technische Veränderung. Nur Anfang und Ende des Tracks werden manchmal leicht bearbeitet (Fade in/out) 

Die Landschaft


Bei meinen Überlegungen zum Begriff der Landschaft beziehe ich mich auf die Schriften des Schriftstellers Volker Demuth: den Artikel „Landschaftsentfaltung“ der vor einiger Zeit in der Lettre International erschienen ist und das Buch von Demuth mit dem Titel „Unruhige Landschaften“, Untertitel „Ästhetik und Ökologie“ (Würzburg 2022).  Schon der Untertitel weist darauf hin, dass es bei Demuth einiges zu erfahren gibt über ein poetisch-künstlerisches Weltverständnis, dem wir bei IRWEGK auf der Spur sind. 


Auch Landschaft ist kein unproblematischer Begriff, aber er hat das Potenzial, ein Denken zu fördern, das den respektvollen Umgang mit der Welt einübt. Der Begriff der Landschaft ist in der Epoche des Kapitalismus nicht ungeschoren davon gekommen und längst kapitalistisch eingetütet worden: „Wir haben uns, so scheint es, in der Mehrzahl daran gewöhnt, Landschaft in zwei Bereiche aufzutrennen: einerseits in einen Erlebnisraum, worin Landschaften als sentimentale Auffanglager und Wellnessbereiche für Zivilisationsmüde bereitgehalten werden und Idyllen ästhetische Relaxantien für den gestressten Psychohaushalt abgeben; zum anderen in einen Benutzungsraum, den wir ausbeuten und aus dem wir soviel Kapital schlagen wie möglich. In bizarrer Parallelität liegen Landschaften mit agrarindustrieller Intensivnutzung und landschaftliche Tourismuskulissen mit Erholungswert unmittelbar nebeneinander.“ (Demuth, S. 56)


Die Landschaft ist als Begriff hilfreicher als die Natur, um die Bezogenheit des Menschen zu seinem Lebensraum zu verstehen. Landschaft ist ein „natural-sozialer Raum“, d.h. die Landschaft ist nicht einfach Natur, sondern ein Zusammenhang, der aus natürlichen, sozialen und kulturellen Aspekten zusammengesetzt ist und irgendwie als eine Einheit wahrgenommen wird. 

Die Natur dagegen ist das „Andere“, etwas, das ganz unabhängig von Kultur oder dem Menschen zu existieren scheint. (Auch wenn Natur in diesem Sinne zur Zeit nicht mehr existiert, weil die ganze Erde von menschlichen Eingriffen betroffen ist.)

Landschaft ist ein System von Beziehungen, in denen ich situiert bin: sinnlich, emotional, kognitiv – ästhetisch, spirituell, Bedeutung gebend, Bezug nehmend.


Ich will ein paar Facetten des Landschaftsbegriffs aufzählen, aus denen eine umfassendere Idee von Landschaft gebildet werden kann, die den IRWEGK fördert.


Landschaft als Lebenseinheit

Im Mittelalter „band Landschaft die Physis einer Gegend und jene Menschen, die in ihr als Gemeinschaft wirkten und ihr Dasein zubrachten, zu einer untrennbaren Lebenseinheit zusammen“. (Demuth, S. 53) Da wollen wir ja nicht wieder hin, aber daraus lässt sich für unsere Situation etwas lernen. Wenn wir uns als Menschen so verstehen, dass wir in Landschaften mit einbezogen sind, erkennen wir vielleicht schneller und besser die ethischen Konsequenzen, die mit unserem Dasein in der Welt einher gehen. Es gibt ein Ethos der Bezogenheit. Ich muss mich zu den Bezügen, in denen ich lebe, verhalten. Der Begriff der Landschaft kann helfen, genau dafür wieder ein Bewusstsein zu schaffen. 


Ein weiterer wichtiger Punkt des alten Landschaftsbegriffes war seine metaphysische Dimension. In allen Kulturen vor der Moderne waren Geister, Götter oder Gott in der Landschaft präsent. D.h. das Heilige war immer Teil der Landschaft. Das ist für uns heute fast unvorstellbar geworden. Die Frage ist, wie können wir etwas von dieser Heiligkeitsidee wiederfinden, ohne auf Gott oder die Götter setzen zu müssen? Auch das versuchen wir bei IRWEGK zu üben. 

Dafür ist wichtig zu erkennen, dass sich die ursprüngliche Bedeutsamkeit und "Heiligkeit" der Landschaften mit allem, was in ihnen auffindbar ist, durch die Ästhetisierung im Zuge der neuzeitlichen Entwicklung Europas in die Sphäre der Kunst zurückgezogen hat. Da überwintert sie bis heute und dort suchen wir sie auf, um sie mit unseren bescheidenen Mitteln wieder ins Leben zu integrieren. Um die ästhetische Landschaft geht es jetzt:




Landschaft als ästhetische Einheit. 

Später, in Renaissance und Neuzeit wird die Landschaft zu einer ästhetischen Einheit. Ich schaue als Mensch plötzlich auf eine Landschaft (statt Teil von ihr zu sein), oder gar auf ein Landschaftsgemälde. Dieses Schauen löst in mir eine innere Reaktion aus. D.h. es gibt eine Korrespondenz von Innen und Außen. Über eine Landschaft reden heißt plötzlich über sich selbst zu sprechen. Die Korrespondenz von inneren und äußeren Landschaften wird ein Leitthema der Romantik.

Auch das ist eine Bezogenheit, die für unsere Praxis der Einübung eines künstlerischen Weltbezugs wichtig sein kann. Am besten in der Kombination mit der früheren Idee von Landschaft, die ich oben skizziert habe. 


Für heute können wir versuchen, den Begriff der Landschaft mit dem des Ortes zu verbinden. „Zur Verfassung des Menschen gehört, dass er Teil des Raumes ist, nicht eines abstrakten – logischen, mathematischen - Raums, sondern von Orten und Landschaften.“ (Demuth, S. 55) 

Die Orte, an denen ich lebe oder zu denen ich mich ab und zu begebe stellen Landschaften dar oder sind die Zentren von um sie herum gelegten Landschaften. Es sind Bezugsysteme, die mitbestimmen, wie ich lebe. Da gibt es Abhängigkeiten, Möglichkeiten, Bedingungen, Chancen, Freiheiten und Notwendigkeiten usw. die mit der Landschaft verbunden sind. 

(Landschaft wird also zu einem metaphorischen Begriff und zugleich bleibt er ein konkreter Begriff.) Der Begriff des Orts hilft zu einer Orientierung in dem System der Landschaften. 


Das Feld

Der Begriff des Feldes liegt für jemanden, der wie ich mit dem label stimmfeld und hörfeld agiert, auf der Hand. Dabei sehe ich Feld nicht als Alternative zu Landschaft, sondern als einen Begriff, der es erlaubt, ein paar Aspekte genauer zu beleuchten. Zwei Assoziationen kommen mit bei dem Nachdenken über den Feldbegriff. Zum einen denke ich an das Feld der Landwirtschaft, also eine Parzelle des Landes – in der Landschaft – die so zugerichtet wird, dass dort eine bestimmte Pflanze und Frucht gedeiht. Die Idee des Feldes ist so alt wie die Erfindung des systematischen Anbaus von Getreide vor ca. 12000 Jahren. Die Art, wie die Felder zugerichtet werden, hat sich allerdings sehr gewandelt. 

Mehr noch als die Landschaft ist das Feld in diesem Sinne der Intervention des Menschen ausgesetzt. So betrachtet besteht die Welt mittlerweile fast durchgehend aus einer Aneinanderreihung von Feldern, die sich mehr oder weniger stark durch menschlichen Einfluss verändert haben. Und im kapitalistischen Begriff von „Natur“ wird die Welt zu einem Feld, das dazu da ist, so viel wie möglich aus ihm rauszupressen um den Profit zu maximieren. 

Jetzt ist die Frage: Wie können wir die Bedingungen für diese Felder so ändern, dass sie wieder Landschaften entstehen lassen, in denen der Mensch nur ein Faktor ist, und nicht mehr der allein entscheidende?


Die zweite Assoziation ist die des Kraftfeldes, ein Begriff, der erst 1830 von Michael Faraday eingeführt wurde. Ich werde jetzt nicht in die Physik eintauchen, sondern definiere ganz unwissenschaftlich ein Kraftfeld als eine Region, in der eine energetische Situation herrscht, die auf sich verweist, also irgendwie mit sich zu tun hat. Um diese energetische Situation zu installieren, bedarf es bestimmter Bedingungen, die durch die „Körper“ die das Kraftfeld erzeugen, gegeben sind. (Feldspule z.B.)

Das ist dem sehr nahe, was in einer Stimmperformance abläuft, so wie ich sie verstehe. Ich schaffe und finde Bedingungen für eine Situation, die bestimmte Aktionen befördert und erlaubt und andere schwieriger macht. 

Dafür sind die stimmfield-recordings gute Beispiele. Da finde ich eine Situation vor, die klanglich irgendwie vorgeformt ist und mir dadurch Bedingungen vorgibt, die ich für meine Intervention mit ins Spiel bringen muss. Was dann entsteht, ist vielleicht mehr als ein Klangfeld: eine Klanglandschaft. 

Das Bild des Kraftfeldes erlaubt außerdem, die persönliche Landkarte, auf der die Orte und Landschaften abgebildet sind, die für mich aus welchen Gründen auch immer Bedeutsamkeit besitzen, mit einem passenden Blick zu zeichnen. Die Orte auf der Karte werden zu Körpern, von denen die energetischen Felder ausstrahlen, auf die dazugehörige Landschaft und noch wichtiger auf mich, sofern ich mich den Orten nähere. Das kann real als Reise geschehen, aber auch ideal als Erinnerung und Imagination. Orte, die mir etwas bedeuten, wirken auch dann auf mich, wenn ich mich nur geistig zu ihnen bewege. Die Verwendung der Kraftfeldmetapher in dieser Art hilft, eine Form von Bedeutsamkeit in die Geographie des eigenen Lebens zu bringen, die dem Weltbild einer mittelalterlichen europäischen Landschaft insofern entspricht, als dass der Maßstab der inneren oder äußeren Karte nicht die exakte Distanz zwischen Ort A und B wiedergibt, sondern die in einem Beziehungsgeflecht stehenden bedeutsamen Orte hervorhebt. Anders als im Mittelalter spielt hier nicht mehr die religiöse Prägung die dominante Rolle, sondern ich bin in der Lage, mit der Idee der Kraftfelder eine individuelle Karte zu zeichnen, die von anderen gelesen werden kann. 

(Demuth, beim Wandern auf einem byzantinischen Weg auf der griech. Insel Paros, S. 120: „Für ein paar Augenblicke erlaube ich mir die Illusion, im Magnetfeld Konstantinopels zu schreiten, ausgerichtet wie ein winziger Metallspahn vom unwiderstehlichen und verworfenen Glanz eines gottesfürchtigen Imperiums.“)



Jetzt will ich die Frage nach dem Verhältnis des Menschen zu Natur, Landschaft, Feld noch einmal durchspielen, in dem ich die Haltungen oder Positionen aufzähle, die in den verschiedenen Örtlichkeiten vom Menschen eingenommen werden können. Alle diese Positionierungen bringen Teilaspekte zum Vorschein:


1.    Ich bin der Welt gegenüber positioniert. Dort die Natur, hier bin ich. Der etwas abgedroschene Spruch: Die Natur braucht uns nicht, wir aber brauchen die Natur, gibt diese Haltung ganz gut wieder. Dahinter steckt die Vorstellung, es gäbe einerseits die Natur und andererseits die Menschen. Das ist ja auch nicht ganz falsch. Die Menschen haben eine besondere Rolle, die sich beispielsweise darin ausdrückt, dass es eine kulturelle Evolution gibt, die ganz anders und viel schneller vonstatten geht als die natürliche Evolution. Diese kulturelle Evolution gibt es nur beim Menschen. Daraus hat sich dann auch die Unterscheidung gebildet zwischen Natur einerseits und Kultur andererseits. Natur als das, was unabhängig von den Menschen existiert und Kultur als die Gesamtheit der menschengemachten Dinge und Strukturen. Übersehen wurde nur lange, dass Kultur in die natürlichen Zusammenhänge verwoben ist, so wie der Mensch. 



2.    Der Mensch positioniert in einer Landschaft. Das große Bild ist die Landschaft mit ihren reziproken Bezügen, den materiellen, ästhetischen und energetischen Bedingungen, die die Landschaft sozusagen zusammenhalten. Und darin ist der Mensch irgendwo positioniert, ohne besonders herausgehoben zu sein. In diesem Bild des Verhältnisses von Mensch und Welt kommen ganz andere Abhängigkeiten und Bedingungen zur Geltung als bei dem Begriff der Natur. Der Mensch ist Teil der Landschaft und wird von ihr geformt, so wie die Landschaft vom Menschen mitgestaltet wird oder zumindest werden kann. Wir leben in einer Zeit in der es weder eine von Menschen unberührte Natur noch eine Landschaft ohne menschlichen Beitrag gibt. Aber der Begriff der Landschaft macht deutlicher, dass wir bei dieser Gestaltung uns selbst und unsere direkten Lebensbedingungen verändern. (Gaia als Landschaft?) Die Landschaft erlaubt viel mehr als der Begriff der Natur, ästhetisch oder besser poetisch verstanden zu werden. Landschaft hat immer Form, Natur bleibt ein abstraktes Konzept. 



3.    Die Welt entfaltet sich vom Nullpunkt meiner körperlichen Position aus. Diese phänomenologische Position oder Haltung bringt etwas ins Spiel, was bei den anderen beiden Begriffen nicht mitbedacht ist. Meine Einbettung in der Welt als wahrnehmendes und handelndes Wesen passiert vom Nullpunkt meines Körpers aus. Die Welt entfaltet sich um mich herum aus dem Zentrum meiner realen Position in Raum und Zeit. Ich erfahre die Welt immer von mir aus betrachtet. Natur und Landschaft sind Konzepte, die beide ein Verhältnis von Mensch und Welt konstruieren, das bestimmte Möglichkeiten der Interpretation dieses Verhältnisses erlaubt. Wenn ich von der Art und Weise ausgehe, wie ich – als ein Beispiel des Menschen – mich in der Welt auffinde, dann passt das Bild eines Feldes, genauer eines Kraftfelds mit mir als Zentrum gut. In der Philosophie hat die Phänomenologie (Husserl) diese Positionierung erforscht. 


Das Feld ist im Vergleich zu Natur und Landschaft der Begriff, der den stärksten menschlichen Einfluss ausdrückt. Ein Feld in der Landwirtschaft mag zwar noch Teil einer Landschaft sein und gehört irgendwie zur Natur, aber es ist weitestgehend von menschlichen Einflüssen geformt. Menschen bestimmen, wie dieses Feld auszusehen hat und welche Kräfte auf ihm wirken sollen. Das ist zwar bei der phänomenologischen Position im Zentrum des Felds nicht genau so, doch bleibt auch das Feld ein Konzept, mit dem nur bestimmte Dinge und Aspekte verstanden werden. Aber ohne die Einbeziehung dieser Position hängen die anderen quasi in der Luft. Außerdem ist das die Position aus der heraus Kunst entsteht. Kunst entsteht nämlich vom Kunstschaffenden aus. Kunst benötigt einen starken Begriff von Individualität, die sich aber nicht der Welt gegenüber sieht, sondern in ihr steht. (Ensemble und Kollektiv als Kunstschaffende sind komplexe Spielarten der Individualität.)

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