Während des extremen Niedrigwassers im August 2026 bin ich an einem Morgen zum Rhein gegangen
und habe in der Gegend um die Mülheimer Brücke versucht, die Stimmung von Wasser und Ufer wahrzunehmen.
Das muss man wohl erklären: Wir arbeiten im Rahmen von „vocal ecotism – Stimmkunst in der versehrten Welt“ mit der künstlerischen Idee, dass man auch mit einem Fluss in einen hörenden Kontakt treten kann. Auch wenn ein so großes Gebilde wie der Rhein sich wohl kaum die Mühe macht, zu mir persönlich zu sprechen, gibt er Äußerungen von sich, die auf irgendeine Weise wahrgenommen werden können. Diese Wahrnehmungsweise nennen wir „hören“!
Ich war ziemlich überrascht, dass der niedrige Pegel nicht dazu führte, die allgemeine Stimmung ebenfalls abzusenken.
Im Gegenteil war mein Eindruck, der Rhein ist ganz froh, dass durch das wenige Wasser viel weniger los ist auf ihm. Es fuhren deutlich weniger Schiffe als normalerweise. Es gab Phasen ohne ein einziges Schiff in meiner Sicht- und Hörweite.
Den Rhein und sein Ufer umgaben eine leichte und entspannte Stimmung.
Das brachte mich auf die Idee, dass der Fluss - wie im Prinzip alle so genannten Wasserstraßen der Welt – das Recht haben müsste, wenigstens zu bestimmten Zeiten in Ruhe gelassen zu werden.
Wie wäre es, wenn an einem Tag im Jahr keinerlei Schiffe auf dem Rhein verkehrten
und dieser mächtige Strom für 24 Stunden seine Ruhe hätte?
So wie es in der äonenlangen Geschichte des Rheins bis vor ein paar tausend Jahren immer der Fall war.
Deshalb starte ich hiermit die Initiative, den Rhein am 1. November schifffrei zu machen!
Den Termin habe ich gewählt, weil an diesem Tag (Allerheiligen!) die übliche Geschäftigkeit unserer Welt eh schon ein wenig reduziert ist und viele Freizeitbeschäftigungen nicht oder nur in gedämpfter Atmosphäre stattfinden dürfen.
An dem Tag wird es deshalb und wegen der zum Ende der Saison längst geschrumpften Touristenströme
kaum Personenverkehr auf dem Rhein geben. Die entsprechenden Unternehmen hätten also kaum einen Verlust zu beklagen.
Und auch dem Güterverkehr auf dem Wasser wird es nicht schwer fallen, an diesem Tag eine Pause einzulegen.
Außerdem ist in allen Bundesländern, durch die der Rhein fließt, der 1. November ein Feiertag.
Das würde die Einrichtung einfacher machen.
Ich weiß nicht, wie man bei einer solchen Initiative am besten vorgeht. Deswegen ist der erste Schritt von mir, einfach davon zu berichten und Mitstreiter*innen zu finden, die sich mit dafür einsetzen wollen, dass der Rhein einen Tag im Jahr seine Ruhe wiederfindet.
Wenn dich diese Initiative anspricht, dann bitte ich um Kontaktaufnahme!
Außerdem habe ich eine Unterschriftenliste gestartet, in die du dich eintragen kannst, wenn du die Aktion unterstützen möchtest.
Da ich dafür keine Petitionsplattform aktivieren will,
„Mit meiner Unterschrift unterstütze ich die Initiative,
den 1. November zu einem schifffreien Tag auf dem Rhein zu erklären.“
Dazu bitte deinen Namen, Adresse und E-Mail-Adresse!
Es gibt auch eine analoge Version der Liste, die man per Hand unterschreiben kann.
Dazu gäbe es Gelegenheit bei unserem nächsten Treffen!
ENGLISH
An initiative within the framework of vocal ecotism.
During the period of extremely low water levels in August 2026, I went down to the Rhine one morning and,
in the area around the Mülheim Bridge, tried to sense the atmosphere of the water and the riverbank.
I suppose I should explain:
As part of ‘vocal ecotism – vocal art in a wounded world’, we work with the artistic idea that it is possible to establish an auditory connection even with a river. Even though a vast entity such as the Rhine is hardly likely to go to the trouble of speaking to me personally, it does make utterances that can be perceived in some way. We call this mode of perception ‘listening’!
I was quite surprised that the low water level did not lead to a corresponding decline in the general mood.
On the contrary, my impression was that the Rhine is quite pleased that, with so little water, there is far less going on along its course. There were significantly fewer boats than usual. There were periods when not a single boat was within my sight or earshot. A light and relaxed atmosphere surrounded the Rhine and its banks.
This gave me the idea that the river – like, in principle, all the so-called waterways of the world – ought to have the right to be left in peace, at least at certain times.
How about if, on one day a year, no ships sailed on the Rhine at all
and this mighty river was left in peace for 24 hours?
Just as had always been the case throughout the Rhine’s eons-long history, right up until a few thousand years ago.
I am therefore launching an initiative to make the Rhine ship-free on 1 November !
I have chosen this date (All-saints!) because it is a day on which the usual hustle and bustle of our world is already somewhat reduced, and many leisure activities are either not permitted or can only take place in a subdued atmosphere. On that day, therefore – and because the tourist crowds will have long since dwindled by the end of the season – there will be hardly any passenger traffic on the Rhine. The relevant companies would thus suffer hardly any loss. Nor would it be difficult for freight transport on the water to take a break on this day.
Furthermore, 1 November is a public holiday in all the federal states in Germany through which the Rhine flows.
That would make it easier to organise.
I’m not sure what the best way to go about such an initiative is. That’s why my first step is simply to raise awareness of it and find fellow campaigners who want to work towards ensuring that the Rhine can find peace and quiet for one day a year. If this initiative appeals to you, please get in touch!
I’ve also started a petition which you can sign if you’d like to support the campaign.
As I don’t want to set up a petition platform for this, please send an email to ralf-peters@stimmfeld.de
with the following text:
“With my signature, I support the initiative to declare 1 November a day free of shipping on the Rhine.”
Please also include your name, address and email address!
There is also a paper version of the list that you can sign by hand.
You’ll have the chance to do so at our next meeting!