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Die Forschungsarbeit zum Platz der Extended Voice in der Performance Art führt mich auf einem der verschiedenen Wege seit geraumer Zeit noch weiter hinein in die Sphäre der Bildenden Kunst. Einige meiner Stimmaktionen bezeichne ich als stimmliche Skulpturen. Ähnlich wie in der Tradition der Klangskulptur versuche ich dabei, mit meiner Stimme ein in sich bewegliches akustisches Objekt zu entwerfen, das für eine gewisse Zeit existiert und in Interaktion mit dem jeweiligen Ort tritt, an dem ich mich befinde und meine Stimme bewege. Die Stimm-Skulptur, so wie ich sie verstehe, ist eine Live-Situation mit dem oder den Menschen, die stimmlich agieren. Die Nähe zur Performance Art bleibt bestehen. Zugleich werden durch die Dimension des Skulpturalen neue Möglichkeiten der Wahrnehmung, der Interpretation und der Reaktion auf die stimmliche Aktion bzw. Skulptur eröffnet. Die hörende Betrachtung einer Skulptur ist ein anderer ästhetischer Vorgang als der Besuch einer Performance. Es gibt andere Regeln und andere Freiheiten.

Sowohl ein Teil meiner Dao Series als auch die Arbeit am Langsamen Hasen (gemeinsam mit dem Ensemble KörperSchafftKlang) hat skulpturalen Charakter .

In der stimmlichen Intervention Kammertonkammer ging es mir am 10. Juni 2018 im Atelier von Dorissa Lem dezidiert um die Konstruktion einer Stimm-Skulptur .

Weitere stimmliche Skulpturen werden folgen.